Informationen für Betroffene mit Milchallergie und Laktoseintoleranz

Ratgeber für ein Leben ohne Milch

Informationen für Betroffene mit Milchallergie und Laktoseintoleranz
 
 
Milchallergie
Vorteile milchfreier/milcharmer Ernährung

Der Mensch ist das einzige Säugetier, was nach der Ernährung durch die Muttermilch weiterhin Milch zu sich nimmt. Der Stoffwechsel des Menschen funktioniert jedoch ähnlich wie der anderer Säugetiere und ist eigentlich nicht auf eine Ernährung mit Substanzen aus der Milch ausgerichtet. Zwar hat sich der Stoffwechsel der Menschen vor allem in den westlichen Ländern auf eine milchhaltige Ernährung umgestellt, eine milchfreie/milcharme Ernährung kann Vorteile für Menschen mit empfindlichem Verdauungstrakt mit sich bringen.

Hinzu kommt, dass viele milchhaltige Produkte heutzutage industriell mit synthetischen Zusätzen und Zucker versetzt werden und/oder einen hohen Fettgehalt aufweisen. Der übermäßige Verzehr solcher Produkte kann der Gesundheit des Menschen u. U. schaden.

Vorteile milchfreier/milcharmer Ernährung

Ob ein Mensch von einer Milchallergie oder Laktoseintoleranz betroffen ist, hat nicht nur genetische oder stoffwechselspezifische Ursachen. Studien der Universität Zürich haben ergeben, dass mit dem Beginn der Milchwirtschaft in Mitteleuropa vor gut 7.500 Jahren dort lebende Menschen ihre Fähigkeit zur Laktase-Bildung beibehalten haben. Bis heute gehört der Verzehr von milchhaltigen Produkten zur mitteleuropäischen Essenskultur, weshalb hier weniger Menschen mit Milchallergien oder Laktoseintoleranzen leben. Anders beispielsweise in Afrika oder Asien, wo aus Gründen der Ernährungsgewohnheiten (ohne oder mit nur sehr wenig Milch) etwa 90 Prozent der Bevölkerung eine Unverträglichkeit gegenüber Milch aufweisen.

Evolutionsbedingte Vorteile milchfreier/milcharmer Ernährung

Der Mensch ist ein Säugetier und wird, wie jedes andere Säugetier auch, in den ersten Lebenstagen von der Muttermilch genährt. Während nach dem Abstillen andere Säugetiere auf Milch verzichten, hat sich in der westlichen Kultur der Milchkonsum als Komponente der täglichen Ernährung etabliert. Geht man davon aus, dass also nur der Mensch als Säugetier, und davon auch nur ein geringer Teil, regelmäßig Milch verzehrt, stellt sich die Frage, ob der Verzicht auf Milch nicht eher einer natürlichen Ernährung entsprechen könnte.

Milch enthält mehr als zwanzig verschiedene Proteine und andere Substanzen, die zur Verdauung im menschlichen Stoffwechsel evolutionsbedingt eigentlich nicht vorgesehen sind. Eine milchfreie/milcharme Ernährung kann den Stoffwechsel entlasten die Entstehung körperbelastender Endprodukte aus dem Verdauungstrakt minimieren.

Ernährungswissenschaftler haben in den letzten Jahren Untersuchungen durchgeführt, ob Milch neben einer Allergie oder Laktoseintoleranz auch andere Krankheiten begünstigen könnte. Erste Ergebnisse sind im Jahre 2013 auf der Max Rubner Conference (MRC) diskutiert worden. Bei ernährungssensiblen Menschen ist oft eine milchfreie/milcharme Ernährung von Vorteil. Bei gesunden Menschen der westlichen Kultur könnte sich der übermäßige Verzehr von milchhaltigen Produkten negativ auf einzelne Körperfunktionen oder Organe auswirken. Die diesbezüglichen Studien sind allerdings noch nicht valide und sollen in den nächsten Jahren weiter ausgedehnt werden.

Gesundheitliche Vorteile milchfreier/milcharmer Ernährung

Mit dem Wissen, dass nur wir Menschen Milch von anderen Säugetieren zu uns nehmen, bleibt zu überlegen, ob eine milcharme/milchfreie Ernährung nicht vielleicht sogar gesünder ist, als eine Ernährung mit Milch. Schließlich können auch Menschen mit einer Milchallergie oder einer Laktoseintoleranz ihre Gewohnheiten auf eine milchfreie/milcharme Ernährung umstellen, und die Asiaten leben beispielsweise durchgehend milchfrei/milcharm ohne Mangelerscheinungen aufzuweisen.

Zudem weiß man, dass Menschen der westlichen Welt tendenziell immer dicker werden, was natürlich zunächst nicht am Milchkonsum liegt. Allerdings sind eben die Produkte, die aus Milch hergestellt werden, z. B. Käse, Joghurt, Eis und Butter, oft sehr fetthaltig und können bei einem übermäßigem Verzehr Übergewicht begünstigen und die Cholesterinwerte auf ein ungesundes Maß erhöhen.

Für viele Menschen ist eine milchfreie/milcharme Ernährung nahezu unvorstellbar. Der Käse auf dem morgendlichen Brötchen, die Milch für das Müsli, der Joghurt am Nachmittag oder der Extra-Käse auf der Pizza gehören für die meisten Deutschen zur täglichen Gewohnheit. Dass Milch ein durchgehend gesundes und natürliches Lebensmittel ist, wird von einigen infrage gestellt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt den regelmäßigen Verzehr milchhaltiger Produkte, verweist allerdings auch auf bewusstes Essen: Viele Milchprodukte sind mit Zucker gesüßt und die Milch ist häufig mit diversen Zusatzstoffen und Konservierungsstoffen versetzt, die der menschlichen Gesundheit u. U. schaden können. Für eine gesunde Ernährung lohnt sich dementsprechend stets ein Blick auf die Inhaltsstoffe und die Nährwertangaben des Milchproduktes.

Sabrina Mandel

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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt generell eine fett-, zucker- und salzarme Ernährung. Lebensmittel wie Obst und Gemüse sollten ebenso zu den täglichen Nahrungsmitteln gehören wie Getreide- und Vollkornprodukte. Milch liefert einen hohen Anteil essenzielles Kalzium und wertvolle Vitamine, weshalb auch milchhaltige Produkte zur Liste der gesunden Lebensmittel zählen – der Fett- und Zuckergehalt sollte allerdings beachtet werden. Fisch, Fleisch und Eier eignen sich aufgrund ihrer einzigartigen Nährstoffkombinationen für eine vollwertige und gesunde Ernährung, sollten jedoch in Maßen verzehrt werden.

Verschiedene Zusätze und synthetisch hergestellte Substanzen finden sich in einer Vielzahl unserer täglichen Nahrungsmittel und können bei einigen Menschen Allergien auslösen. Im Zusammenhang mit dem Begriff Lebensmittelallergie hört man auch von den Krankheitsformen der Milchallergie und der Laktoseintoleranz, die häufig synonym verwendet werden. Allerdings ist eine Milchallergie medizinisch gesehen eine grundlegend andere Erkrankung als eine Laktoseintoleranz, obwohl die Symptome sehr ähnlich sind. Um die Symptome und Ursachen behandeln zu können, muss differenziert werden, ob es sich bei der Erkrankung um eine Milchallergie oder eine Laktoseintoleranz handelt.

Milchverzicht

Milch und milchhaltige Produkte gehören in der westlichen Kultur zu den Grundnahrungsmitteln. Die Vereinten Nationen (FAO) und der Internationale Milchwirtschaftsverband (IDF) haben den 1. Juni zum Weltmilchtag ernannt.

Doch obwohl Milch in vielen europäischen Ländern zur Essenskultur gehört, sollte man wie bei vielen anderen Lebensmitteln tierischen Ursprungs die Herkunft genauer hinterfragen. Denn um die Mengen an Milch zu produzieren, die weltweit verzehrt werden, braucht es weitere Tiere, die u. U. unter nicht artgerechten Bedingungen Milch geben. Unabhängig von einer Milchallergie oder Laktoseintoleranz, könnte jeder seinen Milchkonsum aus Gründen des Tier- und Umweltschutzes überdenken.